Aktuelle Veranstaltungen und Fortbildungen des Landesverbandes

 

 Hier unsere Fortbildungen in 2022

 

Verbindliche Anmeldungen zu den Fortbildungen über:

Telefon:  03634-693837

Fax:  03634-693815

Email: vera-und-herbert-schade@t-online

oder über das Kontaktformular dieser Internetseite

 

Ein geringer Unkostenbeitrag ist ggf. vor Ort in bar zu entrichten. 

 

Einige Fortbildungen haben wir erfolgreich in 2021 als Videokonferenz durchgeführt. Je nach Situation werden die kommenden Fortbildungen nicht an den angegebenen Orten, sondern ebenso als Videokonferenz durchgeführt werden. Dazu ist eine Anmeldung per Email notwendig, um den Link zur Teilnahme zu versenden.

 

 

1. Thema:

„Bindungsverhalten verstehen und im Alltagsleben einbinden“ 

                    Teil 1 : (Vor-) Geburt bis Grundschulalter

 

Datum/ Ort : 26.03.2022 / Nordhausen   verschoben auf den 30.04.2022

 

Uhrzeit       : 10.00 bis 16.00 Uhr

 

Referent     : Martin EL Assil Hirsch

 

 

Inhalt:

 

 

 

Was versteckt sich eigentlich hinter dem Wort – Bindung?

 

Kann man das in eine Definition packen?

 

Was passiert, wenn Bindung nicht vom ersten Tag an, bzw. schon im Mutterleib, erlebt und gefühlt wird?

 

Bindungen, das haben wir gerade in der Corona- Zeit schmerzlich gemerkt, ist ein wichtiges Gut unseres Zusammenlebens. Fehlt dieses warme, herzliche Gefühl der Beheimatung bzw. die höhere Form also die Bindung, geht es uns seelisch schlecht, man wird traurig oder wütend oder ziellos.

 

 

 

Diese Familienbildung wird sich in dem 1. Teil mit Bindung von der Zeit (Vor-) Geburt bis in die Grundschulzeit beschäftigen. Grundlagen einer positiven Bindung und Bindungsschritte in den einzelnen Altersphasen werden referiert. Was passiert mit der Entwicklung des Kindes, wenn dieses Bindungsverhalten gestört wird bzw. Bindung nicht innig gelebt werden kann?

 

 

 

Wir erleben im Alltag leider, dass trotz aller Bemühungen der Pflegeeltern und des Kindes selbst, es nur kleine Schritte in der Bindung des Kindes gibt. Sie als Pflegeeltern bieten dem Kind ihre Mühen, ihre Freude, ihre immerwährenden Versuche, sogar ihre Liebe an und trotzdem erleben wir, dass manche Kinder dieses Angebot der Pflegeeltern nicht annehmen können. Sie sind und bleiben so in ihren vergangenen, traumatisierenden Erfahrungen gefangen, dass sie sich nicht ‚trauen‘ diese Angebote anzunehmen.

 

 

 

Unsere, uns anvertrauten Kinder, haben sehr oft nicht den Mut und /oder die Kraft die eben beschriebenen Schritte zu gehen, sie können nicht vertrauen. Sie sind im tiefsten Kern ihres Wesens durch schlimme frühkindliche Erfahrungen erschüttert worden und fühlen sich im Leben permanent bedroht, auch wenn es keine realen Bedrohungen gibt. Das Urvertrauen ist verloren.

 

Um jedoch überhaupt Schritte gehen zu können, brauchen Pflegekinder in ihrem Umfeld verständnisvolle Menschen.

 

 

 

Diese überregionale Familienbildung soll Bindungen und ihre Störungen erklären aber auch zeigen, was diese Störung im Alltag mit unseren Kindern, aber auch mit uns als gesamte Familie, machen. Was ist eine Übertragung und erkenne ich das überhaupt?

 

 

 

Wie kann man Ruhe vermitteln, wie Konflikte abfedern und damit erst mal Vertrauen gewinnen?

 

Der Alltagsrhythmus und die sich daraus ergebende Sicherheit für die Kinder, ist hier eine bewährte Methode.

 

Ruhige Übergänge zu den verschiedenen Tagesabschnitten schaffen. Rituale beim Aufstehen, Übergänge in die Schule- den Kindergarten/ aus der Schule- den Kindergarten, die wichtige Nachmittags- und Abendgestaltung. Vorhersehbare Tagesabläufe geben bindungsgestörten Kindern Halt und Sicherheit. Diese Mischung aus Verständnis für das Tun der Kinder und das Einhalten von Regeln macht den Alltag so spannend.

 

 

 

Wie gehe ich mit Albträumen um und wie mit Retraumatisierungssituationen?

 

Kann man durch positive Einschlafrituale einen entspannten Schlaf erreichen?

 

 

 

Diese Familienbildung soll auch das Bewusstsein bei den Pflege- und Adoptivfamilien wecken, dass die Dinge und bedrohlichen Situationen, die unsere Kinder durchleben mussten, einfach in die Seele eingebrannt wurden. Hier sind nicht nur Bindungsstörungen entstanden, sondern auch die Angst neue Bindungen einzugehen.

 

 

 

Warum sage ich jeden Tag die gleichen Sätze und es ist jeden Tag, von meinem Kind nicht umsetzbar. Immer wieder erinnern, immer wieder Regeln des Zusammenlebens erklären? Was macht es mit den Eltern?

 

 

 

Die Arbeit der Jugendämter eine sehr große und wichtige Säule bei der Aufarbeitung. Was hat das Kind, was jetzt in unserer Familie lebt, erlebt bzw. welche Erfahrungen hat es gemacht. Mit welchen Ereignissen ist sein Rucksack gefüllt? Kann es diesen Rucksack auspacken und sortieren?

 

 

 

In dieser Familienbildung sollen Möglichkeiten des Zusammenlebens und des gegenseitigen Verständnisses, je nach Alter des Kindes, referiert werden.

 

 

 

Erlebnisberichte werden einen Einblick in die Praxis geben.

 

Durch Anbieten verschiedener Arbeitsgruppen können die Teilnehmer sich intensiv mit den verschiedenen Themen beschäftigen und am Ende der Veranstaltung die Ergebnisse zusammentragen.

 

 

 

Hinweise auf Fachliteratur wird eine Säule des Verstehens sein.

 

 

 

 

 

Zielgruppe:   Pflege- und Adoptivfamilien, unmittelbare Angehörige der

 

                     Pflege- und Adoptionsfamilien, 

 

 

 

 

3. Fortbildung

 

Thema :

„Seelische Gesundheit von Pflegeeltern – Beziehungsstabilität für die Kinder durch Selbstreflexion und Selbstfürsorge der Pflegeltern“

 

 

Datum/ Ort    : 07.05.2022 / Sömmerda                    

 

Uhrzeit          : 10.00 bis 16.00 Uhr

 

Referent        : Silvia Koppe, Bildungsforschung u. -beratung  - angefragt

 

 

Inhalt:

 

Jede Familie muss für sich entscheiden, wie viele Belastungen sie aushalten können und sie muss rechtzeitig spüren, wann die Beziehung kippt und Verärgerung, Frust oder Trauer die Familie beherrscht.

 

Es muss dabei auf alle Familienmitglieder geschaut werden, insbesondere auch auf Pflegegeschwister.

 

Was kann eine Pflege- oder Adoptivfamilie aushalten, wo sind meine persönlichen Grenzen?.......Was macht es mit meiner Partnerschaft? …..Leiden bzw. verstehen meine leiblichen Kinder?

 

Diese Familienbildung ist ausschließlich eine überregionale Fortbildung für die Pflegeeltern. Für die Pflegeeltern als Säule der Familie.

 

Es muss bei allen Pflegeeltern das Bewusstsein wachsen, dass nur seelisch starke und selbstreflektierte Eltern eine stabile Pflegefamilie ausmachen oder sogar die Familie erhalten können.

 

Oft ist man in das Familienleben so intensiv eingetaucht, dass ein stiller Moment, um sich selbst wieder zu finden, oft vergessen oder für nicht nötig gehalten wird.

 

Man ist so in den Alltag eingebunden durch Arztbesuche, Therapien, Schule, Kindergarten, Ergo- und Logopädie und auch bedacht, dass sich das Kind einlebt und sich trotz all seiner Erlebnissen wohl fühlt, dass man sich selbst vergisst.

 

In der Familienbildung wird die Referentin Frau Koppe, intensiv mit den Teilnehmern arbeiten. Durch das Ausfüllen von Fragebögen und durch Erlebnisberichte der Eltern werden Überlastungssituationen detailliert analysiert und Wege bereitet, diese Überlastung rechtzeitig zu erkennen bzw. Wege zum Gegensteuern gezeigt.

 

Dieses Innehalten und Gegensteuern sind enorm wichtig, um stark zu sein, Übertragungen zu vermeiden und, um sich in Ruhe, auf die Eigenheiten der Pflegekinder einlassen zu können. Das bedeutet Erhalt der Familie und positive Energie, um dem Alltag gewachsen zu sein.

 

Zielgruppe:    Pflege- und Adoptivfamilien, unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte  

 

 

 

 

 

4. Fortbildung

 

 

Thema:

 

„Verwandtenpflege – eine besondere Herausforderung“
Besuchskontakte: Was machen diese Kontakte mit den Beteiligten? 
Spannungsfeld betrachten

 

 

 

Datum/ Ort    :           02.07.2022 / Sömmerda

 

Uhrzeit          :           10.00 bis 16.00 Uhr

 

Referent        :           Martin EL Assil Hirsch - angefragt

 

 

Inhalt:

 

Verwandtenpflege eine spezielle Form der Pflegefamilie.

 

Wenn Eltern ihr Kind nicht mehr versorgen können, springen oft die nahen Verwandten ein. Dann sind Sie nicht mehr nur Oma, Opa, Onkel oder Tante, sondern auch Mutter- oder Vaterersatz.

 

Sie sind für das Kind da. Oft ist es ein Vorteil, dass die Kinder in einer vertrauten Umgebung bleiben können.

 

Für die aufnehmenden Verwandten kann es sich aber schnell zu einer Doppelbelastung entwickeln. Oft wenden sich die Kindseltern an sie, mit ihren eigenen Problemen und ihren Nöten oder auch mit ihrem Ärger und ihrer Wut. Schwelende Konflikte beider Seiten, stehen häufig jahrelang im Raum und werden nur oberflächlich bearbeitet.

 

Diesen Schmerz auszuhalten, dass meine Tochter oder mein Sohn, meine Nichte oder mein Neffe, durch Überforderung, Alkohol- oder Drogenmissbrauch u.ä. nicht in der Lage ist, die Enkel - Kinder zu erziehen und zu versorgen, ist eine kräftezehrende Aufgabe und eine psychische Belastung.

 

Diese Situation mit einem gewissen Abstand zu betrachten und eine neutrale Rolle als Pflegefamilie, im herkömmlichen Sinn, einzunehmen, ist hier fast unmöglich.

 

Die emotionale Bindung zu den leiblichen Eltern ist hier doch eine andere Ausgangssituation als bei einer herkömmlichen Pflegefamilie. Man hat viele Jahre miteinander verbracht, kennt Schwachpunkte aber auch schöne gemeinsame Zeiten. Die gemeinsame Biografie verbindet, egal in welcher Form. Man lernt sich nicht als fremde Menschen kennen und beginnt erst durch die Aufnahme des Kindes die Kontakte. 

 

In der Familienbildung möchten wir helfen, diese Konstellation besser zu verstehen aber auch zeigen, wie man Selbstvorwürfe und Selbstzweifel anspricht und bearbeitet.

 

Es wird auch um folgende Themen gehen:

 

- Welche Rechte und Pflichten haben verwandte Pflegeeltern?

 

- Wie kann ich die Vergangenheit aufarbeiten?

 

- Wie finde ich meine Rolle?

 

- Wie gestalte ich Besuchskontakte? Brauche ich hier Begleitung?

 

- Was brauchen die Eltern und wer kann es ihnen geben, damit Sie sich in Ruhe um das

 

  Kind kümmern können?

 

- Ist es sinnvoll in einer konfliktreichen Wechselbeziehung die Vormundschaft zu

 

  beantragen?

 

Bevor man sich entschließt die Enkel oder verwandte Kinder aufzunehmen muss ich mir unbedingt, mit professioneller Hilfe Gedanken machen, ob die Nähe, der Schmerz und die Differenzen aushaltbar sind oder ob eine Unterbringung in einer herkömmlichen Pflegefamilie nicht sinnvoller ist und ich kann Oma und Opa oder Tante und Onkel bleiben.

 

Was sind hier die Eckpunkte und wer hilft mir, wenn ich den Entschluss getroffen habe, in diese andere Rolle zu gehen?

 

Muss ich loslassen, um mich in Ruhe um das Kind zu kümmern oder stehe ich zwischen allen Stühlen?

 

Kommt mein Pflege-Kind mit der Situation – Ich lebe jetzt bei Oma und Opa/ Tante und Onkel klar? Hat es Fragen?

 

Erlebnisberichte werden hier zum besseren Verstehen und zum Umgang mit diesem sensiblen Thema in der Praxis beitragen.

Teilnehmer:  Pflegefamilien, unmittelbare Angehörige dieser Familien,alle am Thema Interessierte   

 

 

 

 

 

5. Fortbildung

 

Thema:

„Verhaltensauffälligkeiten – Folge von Vernachlässigung, sexuellem Übergriff und traumatischer Erfahrungen“

 

 

Datum/ Ort : 10.09.2022 / Sömmerda

 

Uhrzeit       : 10.00 bis 16.00 Uhr

 

Referent     : Martin EL Assil - angefragt

 

 

Inhalt:

 

Da alle Kinder eine Biografie in die Pflegefamilie mitbringen und meist eine Biografie des Überlebenskampfes, der Vernachlässigung und der Gewalterfahrungen sind Übertragungen, Aggression, Dissoziation, Überangepasstheit, regredierendes Verhalten und Abwehr im Alltag präsent.

 

Das sind Schlagwörter, die alle Pflegefamilien kennen und im Alltag erleben und aushalten.

 

Wir alle werden durch das, was in unseren Genen liegt und was wir auf unserem Lebensweg erfahren haben, zu dem Menschen, der wir sind.

 

So haben manche einen starken Kern, die ihn viel ertragen lassen und andere Menschen zerbrechen schnell und können nicht so viele Differenzen ertragen.

 

Natürlich geht es den Pflegekindern genauso.

 

Es gehört zu den Symptomen schwer Traumatisierter, dass sie bestimmte Ereignisse nicht mehr einordnen können und sich falsch erinnern. Die posttraumatische Belastungsstörung lässt Ereignisse durcheinandergeraten und manchmal, je nach Alter beim Ereignis, in einem anderen Licht erscheinen. Es ist schwer, die Folgen einzuordnen.

 

Diese Palette der Erfahrungen bringen die Kinder mit in unsere Familie.

 

Können sie sich in die neue Familie integrieren?

 

Können wir damit umgehen, können wir ständig verzeihen?

 

Können wir uns ständig ins Gedächtnis rufen, was sie erlebt haben und deshalb so reagieren, wie wir reagieren müssten?

 

Warum stehlen sie, warum kämpfen sie weiter, warum können sie ihre Geborgenheit nicht immer genießen?

 

Kann ich das meinen leiblichen Kindern zumuten? Leiden sie, wenn ich verzweifle?

 

Das sind Fragen, die eine Familie im ständigen Alltagsgeschehen, sehr belasten können.

 

Jeder Familie muss für sich entscheiden, wie viele Belastungen sie aushalten können und sie muss rechtzeitig spüren, wann die Beziehung kippt und Verärgerung, Frust oder Trauer die Familie beherrscht.

 

Ein ganz lockeres, freundliches Gespräch kann zur plötzlichen Eskalation führen.

 

Ratlosigkeit, Betroffenheit, manchmal Trauer und Frust bleibt als bitterer Beigeschmack.

 

Wie kann ich solche Übertragungen vermeiden? Kann ich sie überhaupt vermeiden?

 

Wie kann ich frühzeitig die Anzeichen erkennen und wie deute ich Mimik und Gestik?

 

In dieser Familienbildung wir erklärt, warum Kinder mit traumatischen Erlebnissen, in unserer Familie solche Verhaltensauffälligkeiten zeigen und warum sie „nicht anders können“.

 

Stehlen, nicht Achten von Werten und ständiges Kaputtmachen – was geht in den Kindern vor und warum können sie es nicht oder kaum aushalten, bis sie wieder einen neuen Wunsch erfüllt bekommen, obwohl das letzte Geschenk nicht lange her ist – vielleicht auch erst am Vortag war?

 

Oft hört man den Satz: „Das Taschengeld brennt ein Loch in die Hose, darum muss es sofort ausgegeben werden.“

 

Hier geht es um das Verstehen der sofortigen Bedürfnisregulierung bzw. das Erleben eines Kaufrausches, der beim Bezahlen an der Kasse -trotz monatelangem Wunsch- schon weg sein kann.

 

Vernachlässigte Kinder können schwer verstehen, auch schwer nachvollziehen und besonders schwer glauben, dass der Kühlschrank morgen auch voll ist und die regelmäßigen Mahlzeiten abgesichert werden. 

 

Misshandelte Kinder erlebten nicht selten Geschenke zur „Wiedergutmachung“ und fordern daher die Eskalation in der Pflegefamilie zur materiellen Befriedigung der eigenen Bedürfnisse.

 

Du hast mich angeschrien….. bestraft…..jetzt schenke mir……sonst nehme ich dir übel….. 

 

Um all diese Auffälligkeiten zu verstehen und auch ertragen zu können, wird der Referent praktische Beispiele darstellen und die Teilnehmer werden u.a. in Rollenspielen und Arbeitsgruppen nach Lösungsansätzen suchen.

 

Es werden praktische Tipps, Rituale und Alltagsregeln vorgestellt, die sich im Alltagsleben bewähren. Durch diese Rituale und Regeln können die Kinder eine Sicherheit in ihrem Leben erlangen und dadurch die Ruhe für den Beziehungsaufbau bekommen.

 

Es gibt Ratschläge für das Spielen, gemeinsame Naturerlebnisse, gemeinsames Kochen und das Ritual des Essens. Aber auch Tipps für die Gestaltung eines Streitgespräches oder eines „sich erst einmal aus dem Weg gehen“.

 

Teilnehmer:  Pflegefamilien, unmittelbare Angehörige dieser Familien, alle am Thema Interessierte 

 

 

 

 

 

6. Fortbildung

 

Thema           : „Alkohol in der Schwangerschaft - und dann?

 

                        Leben mit FASD

 

Datum/ Ort    : 24.09.2022 / Meiningen

 

Uhrzeit          : 10.00 bis 16.00 Uhr

 

Referent        : Martin EL Assil Hirsch - angefragt

 

 

Inhalt:

 

Die Ursache des FASD ist immer und ausschließlich Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft.

 

Alkohol gehört zu den toxisch wirkenden Stoffen, welche die Plazentaschranke, die die Blutkreisläufe von Mutter und Kind trennt, überwinden, sodass das Ungeborene über die Nabelschnur den gleichen Alkoholpegel erleidet wie seine Mutter.

 

Der Abbau findet hauptsächlich in der Leber der Mutter statt, die kindliche Leber ist noch unfertig und entwickelt erst nach der Geburt einen eigenen leistungsfähigen Stoffwechsel.

 

In Abhängigkeit von Reifestadium, Alkoholmenge und individueller Disposition schädigt der Alkoholkonsum der Schwangeren irreversibel die körperlich-organische Entwicklung sowie die späteren kognitiven und sozialen Fähigkeiten des Ungeborenen.

 

Fetale Alkoholspektrum-Störungen (Fetal Alcohol Spectrum Disorders, FASD) zählen zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland. Nach Schätzung der Bundesdrogenbeauftragten kommen hierzulande jährlich ca. 10.000 Kinder auf die Welt, die unter einer Form von FASD leiden. Tendenz der nächsten Jahre leider steigend.

 

Immer mehr Kinder werden mit dieser Diagnose in Pflegefamilien vermittelt.

 

Auf was lasse ich mich ein?.......Kann ich diese Aufgabe bewältigen? ..... Wer hilft mir?

 

Für die Zukunft des Kindes ist es deshalb zunächst entscheidend, dass die Pflegefamilien frühzeitig durch entsprechende Diagnostik über das Krankheitsbild und die Prognose informiert werden.

 

Die Realität sieht bisher so aus, dass viele Pflegeeltern viele unpassende Ratschläge erhalten. Andere Pflegeeltern, die bereits die Diagnose und ein Gutachten haben, werden mitunter nicht ernst genommen. Ein Umdenken, auch in der Gesellschaft, ist unbedingt nötig, um den betroffenen Kindern gerecht zu werden. Wobei es in den vergangenen 2 bis 3 Jahren schon einige Schritte in die richtige Richtung gegeben hat.

 

In dieser Familienbildung werden grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse weitergegeben und Folgeerscheinungen erläutert und mit Beispielen untermauert.

 

Dr. med. Hoff-Emden, eine sehr engagierte und fachliche Referentin, hat einmal treffend in einer Familienbildung gesagt:

 

   „Sie sind liebenswert, sie sind süß, aber auch distanzlos, zerstörerisch, nicht zu bändigen, locken in uns alle Mutterinstinkte hervor und treiben uns manchmal an den

 

Rand der Verzweiflung, aber es lohnt sich, sie verstehen zu lernen was sie bewegt “.

 

Häufigste Probleme in der Pflegefamilie mit Kindern mit FAS:

 

- Überforderung durch das Verhalten der Kinder (uneinsichtig, impulsiv)

 

- eigene Gefühle- da stimmt was nicht- zu benennen und Worte für die Beobachtungen

 

  zu finden

 

- Ablehnung und Isolation durch die Umwelt

 

- „Erfolgsdruck“ und unrealistische Ziele bzgl. der Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder

 

- Odyssee von Arzt zu Arzt mit verschiedenen Diagnosen

 

„Endlich Klarheit“ ist wie eine Erlösung für Kind und Pflegefamilie oder auch Adoptivfamilie. 

 

Der Referent wird den Familien diese Diagnostik anschaulich nahebringen und erläutert aus medizinischer Sicht, kann Ratschläge geben und aus einem Erfahrungsfundus schöpfen.

 

Zielgruppe:     Pflege- und Adoptivfamilien, unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

7. Fortbildung

 

Thema:

„Bindungsverhalten verstehen und im Alltagsleben einbinden“

 

 Teil 2 : Grundschulalter bis Hilfe zur Erziehung junger Volljähriger

 

 

Datum/ Ort    : 08.10.2022 / Nordhausen

 

Uhrzeit          : 10.00 bis 16.00 Uhr

 

Referent        : Martin EL Assil Hirsch - angefragt

 

 

Inhalt:

 

Wir alle werden durch das, was in unseren Genen liegt und was wir auf unserem Lebensweg erfahren haben, zu dem Menschen, der wir sind.

 

So haben manche einen starken Kern, die ihn viel ertragen lassen und andere Menschen zerbrechen schnell und können nicht so viele Differenzen bzw. Konflikte ertragen.

 

Natürlich geht es den Pflegekindern genauso.

 

Die Erfahrungen und die Erlebnisse der Vergangenheit beeinflussen das Befinden, die Möglichkeit sich zu binden und die Entwicklungsschritte der uns anvertrauten Kinder. Sie haben erfahren müssen, dass die Welt nicht verlässlich ist und das das Leben ganz schnell bedroht sein kann. Oft wurde das Urvertrauen, dass wir Menschen nun mal bei der Geburt haben, erschüttert bzw. auf eine harte Probe gestellt. Dieses Gefühl tragen unsere Kinder, wie einen Rucksack, mit sich auf ihrem Lebensweg herum.

 

Diese Familienbildung ist die Nachfolgeveranstaltung mit dem 2. Teil von Grundschulalter bis Hilfe zur Erziehung für junge Volljährige.

 

Viele Kinder und Jugendliche sind erstarrt, sprachlos oder sie verhalten sich aggressiv und irrational. Sie kennen den Überlebenskampf, sie mussten ihn lernen, um über den Alltag zu kommen.

 

Eine ganze Palette Erfahrungen bringen die Kinder mit in unsere Familie.

 

Können sie sich in die neue Familie integrieren und überhaupt nach der Beheimatung auch Bindung aufbauen? Können auch ältere Kinder und Jugendliche ein Bindungsgefühl wieder zulassen?

 

Können wir uns ständig ins Gedächtnis rufen, was unsere Kinder erlebt haben und deshalb so reagieren, wie wir reagieren müssten?

 

Warum stehlen sie, warum kämpfen sie weiter, warum können sie ihre Geborgenheit nicht immer genießen?

 

Ein lockeres, freundliches Gespräch, kann zur plötzlichen Eskalation führen.

 

Ratlosigkeit, Betroffenheit, manchmal Trauer und Frust bleibt als bitterer Beigeschmack.

 

Wie kann ich solche Übertragungen vermeiden? Kann ich sie überhaupt vermeiden?

 

Wie kann ich frühzeitig die Anzeichen erkennen und wie deute ich Mimik und Gestik?

 

Das sind Fragen, die eine Familie im ständigen Alltagsgeschehen, sehr belasten kann. 

 

Aber vor allem spielen ärztliche Diagnosen, wie z.B. Entwicklungsverzögerung, seelische Behinderung, Essstörungen aber auch FAS eine wichtige Rolle in der Alltagsbewältigung. Tragen diese Diagnosen zum Bindungsverhalten in unserer Familie bei? Was passiert mit der Verselbstständigung der Jugendlichen.?

 

Jede Familie muss für sich entscheiden, wie viele Belastungen sie aushalten können und sie muss rechtzeitig spüren, wann die Beziehung kippt und Verärgerung, Frust oder Trauer die Familie beherrscht. Welche Rituale helfen der Familie im Alltagsleben.

 

Damit die Familie erhalten bleibt und so wenig wie möglich Abbrüche von Pflegeverhältnissen oder zerbrechen von Adoptivfamilien erfolgen, wollen wir Familien mit positiven Erfahrungen stützen und durch Aufzeigen von Regeln und Normen, den Druck nehmen.  Es sollen Hilfsangebote besprochen werden, bei denen Pflegefamilien Rat suchen können.

 

Durch Auslegen von Fachliteratur und Jahrbücher, kann sich jeder Teilnehmer informieren und diese Literatur bestellen.

 

Teilnehmer :  Pflegefamilien,  unmittelbare Angehörige dieser Familien, alle am Thema Interessierte