Hier unsere Fortbildungen in 2019

 

Verbindliche Anmeldungen zu den Fortbildungen über:

Telefon:  03634-693837

Fax:  03634-693815

Email: vera-und-herbert-schade@t-online

oder über das Kontaktformular dieser Internetseite

 

Der angegebene Unkostenbeitrag ist vor Ort in bar zu entrichten. 

 

 

 

 

 

9. Fortbildung

 

Thema:                              Alltag in der Pflege- und Adoptivfamilie – Kinder mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen in der Schule/ Gewalterfahrungen

Datum/ Ort:                          14.09.2019 in Meiningen

Uhrzeit:                                 10.00 – 16.00 Uhr

Referent:                               Dipl. Päd. Sylvia Koppe-                                                                     Bildungsberatung/Bildungsforschung                                                 Erfurt

 

Inhalt:

 

Unsere Kinder „Keine besonderen Kinder aber Kinder mit Besonderheiten in der Schule“

 

Fast alle Pflegefamilien habe das Problem mit der sozialen Akzeptanz der Kinder in der Schule und in der sozialen Umgebung mit Gleichaltrigen. Aber auch Adoptiveltern sprechen von Situationen der völligen Überforderung im Schulalltag.

 

Fast die ganze Klasse wird zum Geburtstag eingeladen, aber unser Kind wieder nicht.

ODER

Auf dem Spielplatz steht es an der Seite, möchte mitspielen traut sich jedoch nicht oder wird abgelehnt.

 

Unsere Pflegekinder haben einen ganz anderen sozialen Hintergrund als „normal“ aufwachsende Kinder.

Sie haben ganz andere Dinge gelernt bzw. erlebt und haben ein ganz anderes Bild von der Welt.

Sie verhalten sich für die Umwelt „nicht normal“, sie haben z.B. einen Überlebenskampf hinter sich und gehen daher anders auf Gleichaltrige zu.

 

Viele der uns anvertrauten Kinder haben Gewalterfahrungen gemacht, sei es körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt.

Sie lernen dabei zu überleben und werden diese Gewalt in ihr Lebensgefühl und in ihr Tun im Alltag aufnehmen.

 

Die daraus nicht selten folgende Aggression und kindliche Gewalttätigkeit der Pflegekinder sind ein der auffälligsten Verhaltensweisen, mit denen Pflegeeltern aber auch Lehrer umgehen müssen. Oft scheint es keinen Zusammenhang zwischen einer Situation und der Reaktion der Kinder zu geben, aber die Biografie sagt etwas Anderes.

 

Ein weiteres Problem in der Schule können oft Konzentrationsschwierigkeiten sein.

Unsere Kinder und Jugendlichen haben unterschiedliche Diagnosen wie beispielsweise Wahrnehmungs- und Bindungsstörung, AD(H)S, Konzentrationsprobleme, Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie), Rechenschwäche (Dyskalkulie), mangelnde Lernmotivation, Schulverweigerung oder Verhaltensauffälligkeiten.

 

Kinder, die in ihren frühesten Jahren Gewalt, Übergriffe oder Vernachlässigungen erlebt haben, sind extrem empfänglich für Umgebungsreize. Besonders unerwartete, laute oder ängstigende Geräusche, Bilder, Worte oder Bewegungen verunsichern sie, ihre Konzentration wird schneller abgelenkt oder sie gehen dadurch manchmal auf Konfrontation. Auch haben diese Kinder gelernt, sehr aufmerksam zu sein, um mitzukriegen, wie die aktuelle Stimmung ist, damit sie sich unter Umständen rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Sie haben also gelernt, keine Warnsignale zu übersehen, aber haben nicht gelernt, Freundschaften zu schließen, Freunden zu vertrauen und einfach unbeschwert zu sein.

 

Diese Familienbildung haben wir gewählt, da es massive Schwierigkeiten in der Schule gibt, die sich aus den unterschiedlichsten Ursachen entwickeln. Daraus resultiert ein sich aufbauender Stress in der Familie und das Thema „Schule“ wird zum Streitpunkt aber auch zum Punkt der Trauer über das Alleinsein.

 

Wir wollen zeigen, dass es Prozesse und Wege gibt, aus der Spirale zu entkommen und weitestgehend „normale“ Gefühle zu entwickeln.

 

Die Wichtigkeit der Schule wird diskutiert.

 

Wann und wie lange mache ich mit meinem Kind Hausaufgaben?

Was machen, wenn mein Kind es sich nicht merken kann?

 

Wie lerne ich mit meinem Kind, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt, die Überforderung sichtbar wird und die Wut steigt auf?

 

 

Durch den Referenten wollen wir zeigen, dass auch in der Schule einige Aufklärungen, ohne das Kind zu outen, dazu beitragen können, Anschluss zu finden.

Es werden Thüringenweite Projekte der Integration vorgestellt und Erfahrungen daraus referiert.

 

 

 

 

Teilnehmer:               Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

 

           

10. Fortbildung

 

Thema:                                 Gewaltfreie Kommunikation

Datum / Ort:                         08.11.2019 in Sömmerda

Uhrzeit:                                 9.00 – 16.30 Uhr

Referent:                              Wilfried Küster Trainer GFK und                                                          Mediator Sömmerda

 

 

Inhalt:

 

„Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg

 

Wenn wir im Alltag miteinander sprechen, so betrachten wir unsere Art zu sprechen sicher nicht als gewalttätig. Trotzdem passiert es, dass wir uns vom Gegenüber nicht verstanden fühlen, dass wir mit unseren Worten verletzen, ohne das zu wollen, und unsere Kommunikation uns eher trennt als verbindet. Scheingefühle bzw. Sekundärgefühle tun dafür eine ganze Menge.

 

Wir kritisieren einander, suchen nach Schuldigen und stellen Forderungen, anstatt um das zu bitten, was wir gerade brauchen.

 

Befriedigende Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, von anderen verstanden zu werden und andere zu verstehen, die eigenen Bedürfnisse befriedigt zu bekommen, doch dabei nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern gleichfalls zur Verschönerung und Bereicherung ihres Lebens beizutragen -- all das bleibt im Alltag oft auf der Strecke und ein schöner Traum und wir bleiben unzufrieden und frustriert zurück.

 

Mit der Gewaltfreien Kommunikation hat Marshall B. Rosenberg ein Modell entwickelt, das einerseits ein sprachliches Konzept bietet, unseren eigenen und den Bedürfnissen unserer Mitmenschen gerecht zu werden, andererseits aber viel mehr als Konzept oder Modell darstellt -- eine Möglichkeit, sich mit den eigenen Werthaltungen und Verhaltensmustern - nicht nur in Konfliktfällen - auseinander zu setzen und eine

innere Haltung zu entwickeln, die Menschen Einfühlung und Wertschätzung

entgegen bringt.

 

Die gewaltfreie Kommunikation eröffnet neue Möglichkeiten, mit Sprache bewusster und verantwortungsvoller umzugehen.

 

Durch die Anwendung dieser Methode können wir zu einer Haltung finden, die uns befähigt:

Ø  klar zu sagen, was wir fühlen, brauchen und worum wir bitten möchten;

Ø  Konflikte empathisch und konstruktiv zu bearbeiten; Verantwortung für das eigene Denken und Handeln zu übernehmen;

Ø  Prozesse, die zu Ärger und Aggression führen, zu verstehen und umzugestalten;

Ø  unsere eigenen Bedürfnisse und die der Anderen zu erkennen und wertzuschätzen.

 

Gewaltfreie Kommunikation ist lebendige Kommunikation, die wir im Seminar kennen lernen und erproben können. Wir haben die Möglichkeit, ihr ganz persönliches Anliegen im Training gewaltfrei ausdrücken zu lernen.

Trainer Wilfried Küster, Mediator und Trainer für Konfliktbearbeitung und Gewaltfreie Kommunikation, Sozialarbeiter, Leiter des Offenen Jugendtreffs B27; seit 2002 freier Mitarbeiter des Orca - Institutes; Fortbildungen in den Bereichen Konzept- und Teamentwicklung, Gewalt und Deeskalation, Konfliktmanagement und Mediator kann aus seinem Berufsleben und seiner Erfahrung anleiten und wichtige Hinweise geben.

 

An vielen Übungen und in den einzelnen Arbeitsgruppen kann man verschiedene Wege kennenlernen und auch mehr über Wortwahl und den Unterschied zwischen Bitten und Fordern erarbeiten.  Gefühle in Worte ausdrücken oder Beobachtungen wertfrei wiedergeben – Schwerstarbeit.  

 

 

 

 

Teilnehmer:               Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

 

11. Fortbildung

 

Thema:                              Alltag in der Pflegefamilie – Besuchskontakte gestallten – FÜR und WIDER

Datum/ Ort:                         09.11.2019 in Büttstedt/ Eichsfeld

Uhrzeit:                               10.00 – 14.00 Uhr (ab 14.00 Uhr                                                       Sonderpädagogische Sprechstunde)

Referent:                              Beatrix Borrs- Bechtloff, Vera Schade,                                               Elke Maroldt

 

 

Inhalt:

 

Eine gute Kooperation zwischen Pflegefamilie und Herkunftsfamilie ist eine wünschenswerte Sache, denn sie erspart den Pflegekindern viele Loyalitätskonflikte.

Selten gelingt es jedoch auf dieser Ebene effektiv und emotionsfrei zusammen zu arbeiten.

 

Meistens muss dies Schritt für Schritt aufgebaut werden und oft gelingt diese Zusammenarbeit auch nur auf Erwachsenenebene, da das Erlebte der Kinder in die Überlegung der Treffen eingebaut werden muss. 

Alle Beteiligten am Hilfeplan müssen, je nach Herausnahmesituation, die Besuchskontakte vorbereiten und abwägen. Hier ergibt sich auch die Intensität der Zusammenarbeit. 

 

Die veränderten Rollen von leiblicher Familie und Pflegefamilie müssen klar besprochen werden und die leiblichen Eltern müssen unbedingt auf ihrem Weg des Loslassens begleitet werden.  Nur so kann das Kind sich in die neue Familie eingliedern und nach und nach diese Familie zu seiner Familie machen und auch dieses emotionale Gefühl der Dazugehörigkeit bekommen.

 

In dieser Familienbildung werden wir zuerst beleuchten, was die Stolpersteine sein können und was den Kontakt erschweren kann.

 

Wir werden erarbeiten, ob wirklich nur Loyalitätskonflikte zwischen den Pflegeeltern und den leiblichen Eltern entstehen oder ob es auch gegenüber der uns anvertrauten Kindern, einen Konflikt hervorruft.

Unsere Kinder haben oft lebensbedrohliche Situationen erlebt und nun trinken die Pflegeeltern gemeinsam mit den „Aggressoren“ Kaffee.

Was macht es mit den Kindern ?

Fühlen sich misshandelte oder vernachlässigte Kinder an dieser Kaffeetafel wohl oder eher verraten?

 

An Hand einiger Erlebnisberichte Betroffener, werden wir analysieren, wie die Vor- und Nachbereitungen der Kontakte besprochen werden, wo können Kontakte stattfinden und wie intensiv sollten diese Beziehungen zwischen leiblichen Eltern und Pflegeeltern sein bzw. werden – Gefahr des „Adoptierens“ der leiblichen Eltern.

 

Mit wie viel Wahrheit kann das Kind umgehen und wie taste ich mich, als Pflegemutter oder -vater, an diese Wahrheit heran? 

Wenn diese Kontakte Stolpersteine bleiben, was kann als Alternative angeboten werden.

 

Kann auch schon die Anrede der Kinder – Mama/ Papa – in der Pflegefamilie zum Konflikt werden? Können leibliche Eltern das ohne Hilfe aushalten?

 

Arbeitsgruppen und die anschließende Diskussion, wird ergeben, was Familien noch als Stolpersteine empfinden und nach Lösungen suchen.

 

Das Thema Besuchskontakte bzw. Umgangskontakte wird sehr kontrovers diskutiert und stellt aus unterschiedlichen Gründen ein großes Konfliktfeld dar. Da jedes Kind unterschiedlich auf Besuchskontakte reagiert, muss die Umgangsregelung von Fall zu Fall individuell gestaltet werden.

 

In der Gratwanderung der Umgangsregelung wird eine große Möglichkeit und Hilfe in der Begleitung der Besuchskontakte gesehen. Einerseits werden solche Besuchskontaktbegleitungen von Gerichten angeordnet (§ 1684 Abs. 4), andererseits veranlasst auch das Jugendamt direkt eine Begleitung der Kontakte.

 

Kontakte ohne Begleitung müssen sehr gut vorbereitet und auch für die leiblichen Eltern nachbereitet werden. Bei dieser Form der Besuchskontakte sind klare Verhältnisse zwischen leiblichen Eltern und Pflegeeltern / Adoptiveltern unbedingt erforderlich, um das Kindeswohl nicht zu beeinträchtigen. Aber die Gefühle der leiblichen Eltern können nicht durch die Pflegeeltern aufgefangen werden. Hier muss professionelle Hilfe erfolgen. 

 

Sollte ein Kind/ Jugendlicher Besuche völlig ablehnen oder Kontakte aus anderen Gründen nicht möglich sein, kann man sie auch zwischen den Erwachsenen durch Schriftverkehr in Form von Briefe, Fotos oder Postkarten oder in Ausnahmen durch das aktuellen Medium „WhatsApp“ halten.

 

Die Besuchskontakte auf Erwachsenenebene werden dann durchgeführt, wenn Spannungen aufgetreten sind oder das Kind keine persönlichen Besuche möchte. Hier treffen sich leibliche Eltern, Pflegeeltern zu Gesprächen im Jugendamt oder in einer Familienberatungsstelle, um erst einmal die angespannte Situation zu entlasten.

 

Bei allen Möglichkeiten der Kontaktgestaltung steht immer das Kindeswohl im Fokus und vor allem muss unbedingt das Alter des Kindes bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Hier ist die Arbeit der Jugendämter mit den leiblichen Familien eine sehr große Säule.

 

In dieser Familienbildung sollen Möglichkeiten des Besuchs -Kontaktaufbaus und der Kontaktform, je nach Alter des Kindes, referiert werden.

Erlebnisberichte werden einen Einblick in die Praxis geben. Es wird durch die Beleuchtung der rechtlichen Seite den Pflegeeltern eine Sicherheit an die Hand geben.

Durch Anbieten verschiedener Arbeitsgruppen können die Teilnehmer sich intensiv mit den verschiedenen Themen beschäftigen.

Ist es wirklich so, wie manche Jugendämter meinen, dass Pflegeeltern den Umgang von vorn herein skeptisch sehen?

Gibt es Gemeinsamkeiten der Gefühle bei leiblichen Eltern, Kindern und Pflegeeltern z.B. Angst oder Unwohlsein vor dem ersten Treffen?

 

Am Ende der Veranstaltung werden die Ergebnisse zusammengetragen.

 

 

 

Teilnehmer:               Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

  

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