Aktuelle Veranstaltungen und Fortbildungen des Landesverbandes

 

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Der angegebene Unkostenbeitrag ist vor Ort in bar zu entrichten.

 

 

9. Familienbildung 22.09.2018, Meiningen 10.00 – 16.00 Uhr

 

Thema: Frühe seelische Verletzungen – Traumatisierung“

 

Veranstaltungsort: Maxx In, Kinder- und Familienzentrum

 

Referent: S. Koppe, Bildungsberatung, Bildungsforschung (angefragt)

 

Inhalt:

Häufig haben überwältigende Erlebnisse wie Gewalt von vertrauten Personen, sexuelle Übergriffe oder Hungererfahrungen im Kindesalter Folgen für das ganze Leben: Betroffene erkranken leichter an psychischen Störungen, besonders an der sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Menschen, die unter dieser Störung leiden, werden oft auch als traumatisiert bezeichnet. Die PTBS kann sich auf verschiedene Weise zeigen und zu Einschränkungen in vielen Lebensbereichen führen. So zeigen traumatisierte Jugendliche zum Beispiel Symptome wie ungewollt wiederkehrende belastende Erinnerungen, Ängste, Schlafstörungen oder Reizbarkeit. Häufig werden Dinge vermieden, die an das belastende Ereignis erinnern. Das alles kann zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Alltag führen

 

Oft führt es zur seelischen Behinderung, die aber in der Diagnostik nicht so greifbar ist.

 

Gegenüber anderen Behinderungsarten sind seelische Behinderungen schwerer zu definieren. Sie betreffen nicht messbare Dimensionen wie Fühlen, Handeln, Wahrnehmung oder Orientierung. Es handelt sich um subjektive Phänomene, für die es keine genau definierte Norm gibt.

 

Deshalb orientieren sich die Diagnosen im klinischen Bereich vielfach an der Beschreibung des Zustandes und des Verlaufs der Erkrankung.

 

Ein großer Teil der Pflege- und Adoptivkinder hat vielfach sich wiederholende Erfahrungen der Vernachlässigung, Misshandlung und des Missbrauchs durch Bezugspersonen machen müssen, die eigentlich Schutz, Versorgung und Stabilität gewähren sollten.

 

Diese Familienbildung soll die Sensibilisierung der Vernachlässigung und der Gewalt wieder ins Gedächtnis rufen.

 

Vernachlässigung – dieses Wort hört und liest man in vielen Berichten der Medien.

 

Vernachlässigung – ein Wort mit bildlichem Inhalt beim Lesen?

 

Vernachlässigung – naja, es hat eben mal nicht die Aufmerksamkeit bekommen, wie es sein sollte!!??

 

Gewalt – ein tägliches Wort in den Medien!

 

Gewalt – ein Wort mit Inhalten beim Lesen ?

 

Gewalt – ist die Schmerzgrenze nicht ziemlich hoch geschraubt in unserer  Gesellschaft

 

Bei den Betroffenen reißen aber genau diese Vernachlässigungen und diese Gewalterfahrung tiefe seelische Wunden und hinterlassen Spuren, insbesondere, im sich entwickelnden Gehirn, die zu anhaltenden oder immer wiederkehrenden Verhaltensbesonderheiten, wechselnden sozialen und auch geistigen Fähigkeiten und insbesondere erheblichen emotionalen Beeinträchtigungen auch lebenslang führen können.

 

Die von außen häufig nicht erkennbare Störung bedeutet für die Betroffenen und auch ihre Bezugspersonen immer wieder einen schwierigen, nicht selten schwierig zu bewältigenden Alltag.

 

Die Familienbildung soll die Sinne schärfen, um zu erkennen, dass es zu immer wiederkehrenden und für die Kinder wichtigen Ritualen kommen muss, die Einhalten fester Regeln in den Alltag aufgenommen werden müssen und Toleranz im Familienverband keine Niederlage der Erziehung bedeutet.

 

Das Wissen um typische Symptome erleichtert die Einordnung von Alltagsproblemen, hilft Erwartungen an Kind und Bezugspersonen realistisch einzuschätzen und Wege im für den Alltag zu finden.  

 

Diese Familienfortbildung soll den betroffenen Pflege- und Adoptivfamilien praktische Hilfsangebote aufzeigen und durch den Austausch der Erfahrungen Mut zum Weitermachen geben. 

 

Es werden Therapiemöglichkeiten besprochen.

 

Die neusten Ergebnisse der Trauma - Forschungen sollen vorgestellt werden und durch Auslegen von Fachliteratur vertieft werden.

 

Die Teilnehmer werden Gelegenheit zur Fragestellung haben und durch rege Diskussion nach Lösungen bzw. Ansatzpunkte für Lösungen suchen. 

 

Zielgruppe: 

Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

 

 

10. Familienbildung 09.11.2018, Sömmerda 9.00 – 14.00 Uhr

 

Thema: „Sehnsucht nach Geborgenheit – ein harter Kampf bis zum Gelingen“

 

       Danach: sonderpäd. Sprechstunde 14.30  – 16.00 Uhr

 

Veranstaltungsort:

 

Referent:  Prof. Dr. Huber, selbst Pflege- und Adoptivvater, Pflegeelternschule  Baden – Württemberg, Fachreferent des LV

 

Inhalt:

Viele Krisen, manches Verhalten der Adoptiv- und Pflegekinder stellen eine große Herausforderung für uns Eltern und Betreuer dar – lassen sie sich doch so oft gar nicht verstehen. Vor allem: was ist von all dem, was wir aushalten, normal?

 

Was ist entwicklungsbedingte Krise – Trotz, Vorpubertät, Pubertät - und was sollten wir verstehen lernen mit dem Hintergrund von Traumatisierung, Vernachlässigung und Gewalt?

 

Wenn Pflegekinder lügen und stehlen, sich gegen Nähe wehren sind dies oft Zeichen ihrer inneren Haltlosigkeit und damit ein Hinweis auf ihre tiefe Not. In der aktuellen Situation, ist oft schwer für die Pflegeeltern, dies zu verstehen, sind doch die Kinder oft sehr hartnäckig im Ableugnen einer offensichtlichen Tatsache.

 

Die früh erlebte Mangelsituation schafft ein nahezu grenzloses Bedürfnis, jede günstige Gelegenheit für sich zu nutzen. Das sich langsam entwickelnde Vertrauensverhältnis kann der Macht der Verführung noch über längere Zeit nicht standhalten. Bestrafungen nützen oft wenig. Je mehr es jedoch gelingt, die Kinder in die sichere Geborgenheit zu führen, desto eher können die Kinder auch Regeln befolgen und zur Wahrheit stehen.

 

Das Wachsen einer immer stärker werdenden Eltern-Kind-Bindung, wobei das geduldige Durchhalten der Pflegeeltern entscheidend ist, schafft allmählich ein Vertrauensverhältnis, das Lügen und Stehlen als pädagogisches Problem in den Hintergrund treten lassen. Trotzdem bedarf es eines pädagogisch angemessenen Umganges mit dem Thema.

 

Ebenso verhält es sich mit dem Thema Geld. Geld ist ein Zaubermittel, mit dem man seine Wünsche erfüllen kann, aber für alle Wünsche reicht es nie aus.
Gerade bei unseren Pflege- und Adoptivkindern kann das Taschengeld sich zu einem Suchtmittel entwickeln Es ist daher wichtig, auch schon die Ausgabe des Tageschengeldes in das pädagogische Handeln einzubeziehen. Das planende zielgerichtete Umgehen mit Geld, schon recht früh, ist die Voraussetzung dafür, später im Erwachsenenalter selbstständig leben zu können.
Dazu soll das Seminar Anregungen geben und dem kreativen Austausch dienen. Vor allem soll die Frage geklärt werden, warum Bindung, trotz der Verhaltensweisen der Kinder, gelingt, ab wann man von Bindung spricht und ob „aneinander reiben“ auch eine Form der Bindung ist.

 

Wir wollen an diesem Tag in den Austausch gehen über Schwieriges, das wir erleben, und über Lösungsversuche, die wir schon hinter uns haben, über Tipps – und nicht zuletzt auch darüber, was das alles mit uns selber macht, denn wir halten ja all das aus, wir sollen all dem geschickt begegnen und gewachsen sein.

 

Gelingt uns das immer, dieses geschickte Begegnen?

 

Kann ich mir selber Rituale, Verhaltensweisen oder Sätze antrainieren um mich selber zu schützen, damit Konflikte besser zu ertragen sind oder sich gar nicht erst hochschaukeln.

 

Wohin mit Frust, Enttäuschungen oder Niedergeschlagenheit?

 

In dieser Familienbildung soll aber auch deutlich werden, dass es menschlich ist, Gefühle zu haben, aber auch immer Lösungswege und Ansprechpartner gibt.

 

Zielgruppe: 

Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

11. Familienbildung 10.11.2018, Büttstedt 10.00 – 14.00 Uhr

 

Thema: Der schwierige Weg ins Erwachsenenalter – „GRUSELWORT“ Pubertät? Pubertät- lernen über Versuch und Irrtum

 

    Danach: Sonderpäd. Sprechstunde 14.30 Uhr – 16.00 Uhr

 

Veranstaltungsort: Büttstedt, Gemeindezentrum

 

Referent:  Prof. Dr. Huber, selbst Pflege- und Adoptivvater, Pflegeelternschule  Baden – Württemberg, Fachreferent des LV

 

Inhalt:

Die Eltern sind doof, die Schule nervt, und das Leben ist fürchterlich anstrengend – gemeint ist die Zeit zwischen elf und 18 Jahren, auch Pubertät genannt. Für die Jungs und Mädchen gleicht das Leben dann einer Baustelle: Der Körper verändert sich mit jedem Tag ein bisschen mehr, und auch im Gehirn geht einiges durcheinander. Und als wäre das noch nicht genug, stürzt die erste Liebe die meisten Jugendlichen in ein tiefes Gefühlschaos.

 

„Normal“ aufgewachsene Kinder haben damit schon große Probleme aber unsere Kinder haben, außer der Bewältigung des Chaos im Kopf, noch die erneute Auseinandersetzung mit der Biographie.  

 

Die Unterstützung der Pflege- und Adoptiveltern, die immer absolut wichtig ist, ist das Mut machen, das Gespräch über den jeweiligen Scherbenhaufen, über Versagensängste und über das Wiederanfangen. Dranbleiben, ist für uns das wichtigste

 

Kommunikationsmittel in dieser schweren Lebensphase.

 

Die Irrwege, oft wiederholt mit immer gleichem unbefriedigendem Ergebnis, eröffnen schließlich doch einen Ausweg aus dem Labyrinth.

 

Diese Altersphasen, mit den jeweiligen Problemen zu bewältigen, ist schon eine kräftezehrende Zeit für unsere Kinder aber wenn hier noch seelische und/oder körperliche Beeinträchtigung dazu kommt, ist meistens Hilfe erforderlich.

 

Hilfe für die Kinder/ Jugendlichen aber auch für uns als Pflege- und Adfoptiveltern.

 

Einige unserer Kinder haben traumatische Dinge erlebt und erfahren, die sie auch immer noch gegenwärtig massiv beeinflussen. So können sie nicht einschlafen, haben Angstzustände oder körperliche Beschwerden. Lernen fürs Leben aber ist dann am effektivsten, wenn es in einem entspannten Zustand stattfinden kann. Doch gerade Entspannung fällt vielen dieser Kinder sehr schwer!

 

Das Denken muss schrittweise in Gang kommen. Wollen und Tun sollen in Einklang kommen – ein langer, langer Weg – wobei es gilt, den Mut nicht zu verlieren. Dies gilt vor allem für die, die den jungen Menschen begleitenden.

 

Ein verlässlicher Ort, die Pflege-und Adoptivfamilie, ist immer wieder ein Zufluchtsort bei Misserfolgen, Traurigkeit, Überforderung. 

 

Diese Veranstaltung soll allen Pflege- und Adoptivfamilien Hilfestellung geben. Es soll deutlich machen, dass unsere Kinder wesentlich länger für das Erwachsenwerden brauchen und dass sie keinen Mut verlieren, wenn sich wieder massive Umwege ergeben.

 

Der Bericht schon erwachsener Pflegekinder soll helfen zu verstehen und die Sinne für diese Umwege zu schärfen, um Abbrüche der Pflegeverhältnisse aber auch schwere Konflikte in der Adoptivfamilie zu vermeiden bzw. einzudämmen.

 

Die Familienbildung soll darstellen, dass es ein sehr langer und mühevoller Weg werden wird bzw. schon ist aber das sich die Geduld, die Reise in die Vergangenheit und der Zukunftsblick durchaus lohnt und eine enorme Hilfestellung für die Jugendlichen ist. 

 

Zielgruppe: 

Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte