Aktuelle Veranstaltungen und Fortbildungen des Landesverbandes

 Hier unsere Fortbildungen in 2019

 

Verbindliche Anmeldungen zu den Fortbildungen über:

Telefon:  03634-693837

Fax:  03634-693815

Email: vera-und-herbert-schade@t-online

oder über das Kontaktformular dieser Internetseite

 

Der angegebene Unkostenbeitrag ist vor Ort in bar zu entrichten. 

 

 

 

 

4. Fortbildung

 

 

Thema:                                Alltag in der Pflege- und Adoptivfamilie                                              – Verstehen hilft bei Handeln

Datum / Ort:                        23.03.2019 in Nordhausen

Uhrzeit:                               09 – 16.00 Uhr (ab 16.00 Uhr                                                            Sonderpädagogische Sprechstunde)

Referent:                             Henrike Hopp, Fachreferentin des LV aus Berlin

 

 

Inhalt

 

Manchmal erleben wir leider, dass trotz aller Bemühungen der Pflegeeltern und des Kindes selbst, es nur kleine Schritte des Kindes gibt. Sie als Pflegeeltern bieten dem Kind Ihre Mühen, Ihre Freude, Ihre immerwährenden Versuche, wahrscheinlich sogar Ihre Liebe an und trotzdem erleben wir, dass manche Kinder dieses Angebot der Pflegeeltern nicht annehmen können. Sie sind und bleiben so in ihren vergangenen, traumatisierenden Erfahrungen gefangen, dass sie sich nicht ‚trauen‘ diese Angebote anzunehmen.

 

Diese Kinder haben nicht den Mut und /oder die Kraft die eben beschriebenen Schritte zu gehen, sie können nicht vertrauen. Sie sind im tiefsten Kern ihres Wesens durch schlimme frühkindliche Erfahrungen zerstört worden und fühlen sich im Leben permanent bedroht, auch wenn es keine realen Bedrohungen gibt.

Um jedoch überhaupt Schritte gehen zu können brauchen Pflegekinder in ihrem Umfeld verständnisvolle Menschen.

 

Wie kann man das erreicht werden?

Der Alltagsrhythmus ist hier eine bewährte Methode.

Ruhige Übergänge zu den verschiedenen Tagesabschnitten schaffen. Rituale beim Aufstehen, Übergänge in die Schule- den Kindergarten/ aus der Schule- den Kindergarten, die Nachmittagsgestaltung und das wichtige Abendritual.

 

Wie gehe ich mit Albträumen um und wie kann das Schreien in der Nacht gemildert bzw. vermieden werden.

Kann man durch positive Einschlafrituale einen entspannten Schlaf erreichen?

 

Aber auch das Bewusstsein wecken für die Dinge und bedrohlichen Situationen, die unsere Kinder durchleben mussten und einfach in die Seele eingebrannt wurden.

 

Warum sagt mein Pflegekind nach einem tollen Ausflug oder nach einer gelungenen

Urlaubsreise: „War aber nicht schön, hat mir keinen Spaß gemacht.“

 

Sie haben erfahren müssen, dass die Welt nicht verlässlich ist und das das Leben ganz schnell bedroht sein kann.

 

Daher sind viele Kinder erstarrt, sprachlos oder sie verhalten sich aggressiv und irrational. Pflege- und Adoptivkinder sind Kinder mit Bindungs- und Beziehungsstörungen. Sie kennen den Überlebenskampf, sie mussten ihn lernt. Oft schon im Mutterleib u.a. mit der späteren Diagnose FAS.

Diese Palette der Erfahrungen bringen die Kinder mit in unsere Familie.

Können sie sich in die neue Familie integrieren?

Können wir damit umgehen, können wir ständig verzeihen?

Kann ich die Vergangenheit der Kinder gut bei Stress reflektieren oder ab wann muss ich mir Hilfe suchen?

Können wir uns ständig ins Gedächtnis rufen, was sie erlebt haben und deshalb so reagieren, wie wir reagieren müssten?

Warum stehlen sie, warum kämpfen sie weiter, warum können sie ihre Geborgenheit nicht immer genießen?

Kann ich das meinen leiblichen Kindern zumuten? Leiden sie, wenn ich verzweifle?

Das sind Fragen, die eine Familie im ständigen Alltagsgeschehen, sehr belasten können. Aber vor allem spielen Ärztliche Diagnosen wie z.B. Entwicklungsverzögerung, seelische Behinderung, Essstörungen aber auch FAS eine wichtige Rolle in der Alltagsbewältigung.

 

Jeder Familie muss für sich entscheiden, wie viele Belastungen sie aushalten können und sie muss rechtzeitig spüren, wann die Beziehung kippt und Verärgerung, Frust oder Trauer die Familie beherrscht.

Es muss dabei auf alle Familienmitglieder geschaut werden, insbesondere auf Pflegegeschwister.

Was kann eine Pflegefamilie aushalten, wo sind die Grenzen?

                 Was macht es mit meiner Partnerschaft? 

                 Leiden bzw. verstehen meine leiblichen Kinder?

 

Damit die Familie erhalten bleibt und so wenig wie möglich Abbrüche von Pflegeverhältnissen erfolgen, wollen wir Familien mit positiven Erfahrungen stützen und durch Aufzeigen von Regeln und Normen, den Druck nehmen.  Es sollen Hilfsangebote aufgezeigt werden, bei denen Pflegefamilien Rat suchen können.

Hier ist die Arbeit der Jugendämter eine sehr große Säule. Was hat das Kind, was jetzt in unserer Familie lebt, erlebt bzw. welche Erfahrungen hat es gemacht.

 

Durch Auslegen von Fachliteratur und Jahrbücher, kann sich jeder Teilnehmer informieren und diese Literatur bestellen.

 

 

 

Teilnehmer:                        Pflegefamilien,  unmittelbare Angehörige dieser Familien,  alle am Thema Interessierte   

 

 

 

 

 

 

 

5. Fortbildung

 

Thema:                                 Alltag in der Pflegefamilie – Eskalation

Datum / Ort:                         30.03.2019 in Meiningen

Uhrzeit:                                 10.00 – 16.00 Uhr

Referent:                              Dipl. Päd. Sylvia Koppe -                                                                     Bildungsberatung/Bildungsforschung                                                 Erfurt

 

Inhalt

 

Da alle Kinder eine Biografie in die Pflegefamilie mitbringen und meist eine Biografie des Überlebenskampfes, der Vernachlässigung und der Gewalterfahrungen sind Übertragungen, Aggression, Dissoziation, Überangepasstheit, regredierendes Verhalten und Abwehr im Alltag präsent.

 

Das sind Schlagwörter, die alle Pflegefamilien kennen und im Alltag erleben und aushalten.

 

Es gehört zu den Symptomen schwerst Traumatisierter, dass sie bestimmte Ereignisse nicht mehr einordnen können und sich falsch erinnern. Die posttraumatische Belastungsstörung lässt Ereignisse durcheinandergeraten und manchmal, je nach Alter beim Ereignis, in einem anderen Licht erscheinen. Es ist schwer, die Folgen einzuordnen.

 

Ein ganz lockeres, freundliches Gespräch kann zur plötzlichen Eskalation führen.

Ratlosigkeit, Betroffenheit, manchmal Trauer und Frust bleibt als bitterer Beigeschmack.

 

Wie kann ich solche Übertragungen vermeiden? Kann ich sie überhaupt vermeiden?

Wie kann ich frühzeitig die Anzeichen erkennen und wie deute ich Mimik und Gestik?

 

In dieser Familienbildung wir erklärt, warum Kinder mit traumatischen Erlebnissen, in unserer Familie solche Verhaltensauffälligkeiten zeigen und warum sie „nicht anders können“.

 

Stehlen, nicht Achten von Werten und ständiges Kaputtmachen – was geht in den Kindern vor und warum können sie es nicht oder kaum aushalten, bis sie wieder einen neuen Wunsch erfüllt bekommen, obwohl das letzte Geschenk nicht lange her ist – vielleicht auch erst am Vortag war?

 

Oft hört man den Satz: „Das Taschengeld brennt ein Loch in die Hose, darum muss es sofort ausgegeben werden.“

Hier geht es um das Verstehen der sofortigen Bedürfnisregulierung bzw. das erleben eines Kaufrausches, der beim Bezahlen an der Kasse -trotz monatelangem Wunsch- schon weg sein kann.

 

Vernachlässigte Kinder können schwer verstehen, auch schwer nachvollziehen und besonders schwer glauben, dass der Kühlschrank morgen auch voll ist und die regelmäßigen Mahlzeiten abgesichert werden. 

 

Misshandelte Kinder erlebten nicht selten Geschenke zur „Wiedergutmachung“ und fordern daher die Eskalation in der Pflegefamilie zur materiellen Befriedigung der eigenen Bedürfnisse.

Du hast mich angeschrien….. bestraft…..jetzt schenke mir……sonst nehme ich dir übel….. 

 

Um all diese Auffälligkeiten zu verstehen und auch ertragen zu können, wird der Referent praktische Beispiele darstellen und die Teilnehmer werden u.a. in Rollenspielen nach Lösungsansätzen suchen.

 

 

Es werden praktische Tipps, Rituale und Alltagsregeln vorgestellt, die sich im Alltagsleben bewähren. Durch diese Rituale und Regeln können die Kinder eine Sicherheit in ihrem Leben erlangen und dadurch die Ruhe für den Beziehungsaufbau bekommen.

 

Es gibt Ratschläge für das Spielen, gemeinsame Naturerlebnisse, gemeinsames Kochen und das Ritual des Essens. Aber auch pädagogische Tipps für die Gestaltung eines Streitgespräches oder eines „sich erst einmal aus dem Weg gehen“.

 

 

 

Teilnehmer:               Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

 

 

6. Fortbildung

 

Thema:                                Alltag in der Pflege- und Adoptivfamilie                                               – Verstehen hilft bei Handeln

Datum / Ort:                        03.04.2019 in Mühlhausen

Uhrzeit:                               18 – 20.00 Uhr (ab 20.00 Uhr                                                             Sonderpädagogische Sprechstunde)

Referent:                             Vera Schade und Elke Maroldt

 

 

Inhalt

 

Manchmal erleben wir leider, dass trotz aller Bemühungen der Pflegeeltern und des Kindes selbst, es nur kleine Schritte des Kindes gibt. Sie als Pflegeeltern bieten dem Kind Ihre Mühen, Ihre Freude, Ihre immerwährenden Versuche, wahrscheinlich sogar Ihre Liebe an und trotzdem erleben wir, dass manche Kinder dieses Angebot der Pflegeeltern nicht annehmen können. Sie sind und bleiben so in ihren vergangenen, traumatisierenden Erfahrungen gefangen, dass sie sich nicht ‚trauen‘ diese Angebote anzunehmen.

 

Diese Kinder haben nicht den Mut und /oder die Kraft die eben beschriebenen Schritte zu gehen, sie können nicht vertrauen. Sie sind im tiefsten Kern ihres Wesens durch schlimme frühkindliche Erfahrungen zerstört worden und fühlen sich im Leben permanent bedroht, auch wenn es keine realen Bedrohungen gibt.

Um jedoch überhaupt Schritte gehen zu können brauchen Pflegekinder in ihrem Umfeld verständnisvolle Menschen.

 

Wie kann man das erreicht werden?

Der Alltagsrhythmus ist hier eine bewährte Methode.

Ruhige Übergänge zu den verschiedenen Tagesabschnitten schaffen. Rituale beim Aufstehen, Übergänge in die Schule- den Kindergarten/ aus der Schule- den Kindergarten, die Nachmittagsgestaltung und das wichtige Abendritual.

 

Wie gehe ich mit Albträumen um und wie kann das Schreien in der Nacht gemildert bzw. vermieden werden.

Kann man durch positive Einschlafrituale einen entspannten Schlaf erreichen?

 

Aber auch das Bewusstsein wecken für die Dinge und bedrohlichen Situationen, die unsere Kinder durchleben mussten und einfach in die Seele eingebrannt wurden.

 

Warum sagt mein Pflegekind nach einem tollen Ausflug oder nach einer gelungenen

Urlaubsreise: „War aber nicht schön, hat mir keinen Spaß gemacht.“

 

Sie haben erfahren müssen, dass die Welt nicht verlässlich ist und das das Leben ganz schnell bedroht sein kann.

 

Daher sind viele Kinder erstarrt, sprachlos oder sie verhalten sich aggressiv und irrational. Pflege- und Adoptivkinder sind Kinder mit Bindungs- und Beziehungsstörungen. Sie kennen den Überlebenskampf, sie mussten ihn lernt. Oft schon im Mutterleib u.a. mit der späteren Diagnose FAS.

Diese Palette der Erfahrungen bringen die Kinder mit in unsere Familie.

Können sie sich in die neue Familie integrieren?

Können wir damit umgehen, können wir ständig verzeihen?

Kann ich die Vergangenheit der Kinder gut bei Stress reflektieren oder ab wann muss ich mir Hilfe suchen?

Können wir uns ständig ins Gedächtnis rufen, was sie erlebt haben und deshalb so reagieren, wie wir reagieren müssten?

Warum stehlen sie, warum kämpfen sie weiter, warum können sie ihre Geborgenheit nicht immer genießen?

Kann ich das meinen leiblichen Kindern zumuten? Leiden sie, wenn ich verzweifle?

Das sind Fragen, die eine Familie im ständigen Alltagsgeschehen, sehr belasten können. Aber vor allem spielen Ärztliche Diagnosen wie z.B. Entwicklungsverzögerung, seelische Behinderung, Essstörungen aber auch FAS eine wichtige Rolle in der Alltagsbewältigung.

 

Jeder Familie muss für sich entscheiden, wie viele Belastungen sie aushalten können und sie muss rechtzeitig spüren, wann die Beziehung kippt und Verärgerung, Frust oder Trauer die Familie beherrscht.

Es muss dabei auf alle Familienmitglieder geschaut werden, insbesondere auf Pflegegeschwister.

Was kann eine Pflegefamilie aushalten, wo sind die Grenzen?

                 Was macht es mit meiner Partnerschaft? 

                 Leiden bzw. verstehen meine leiblichen Kinder?

 

Damit die Familie erhalten bleibt und so wenig wie möglich Abbrüche von Pflegeverhältnissen erfolgen, wollen wir Familien mit positiven Erfahrungen stützen und durch Aufzeigen von Regeln und Normen, den Druck nehmen.  Es sollen Hilfsangebote aufgezeigt werden, bei denen Pflegefamilien Rat suchen können.

Hier ist die Arbeit der Jugendämter eine sehr große Säule. Was hat das Kind, was jetzt in unserer Familie lebt, erlebt bzw. welche Erfahrungen hat es gemacht.

 

Durch Auslegen von Fachliteratur und Jahrbücher, kann sich jeder Teilnehmer informieren und diese Literatur bestellen.

 

 

 

Teilnehmer:             Pflegefamilien,  unmittelbare Angehörige dieser Familien,  alle am Thema Interessierte   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7. Fortbildung

 

Thema:                               Rechte und Pflichten von Pflegeeltern    – Entwicklungsberichte und Inhalt Hilfeplan

Datum / Ort:                         18.05.2019 in Sömmerda

Uhrzeit:                                 9.00 – 15.30 Uhr (Danach Mitgliederversammlung / 25 Jahre LV Thüringen)

                                              

Referent:                              Henrike Hopp, Fachreferentin des LV und Dipl. Päd. Sylvia Koppe- Bildungsberatung/Bildungsforschung Erfurt

 

 

Inhalt:  

 

Der beste, fachlich organisierte Vorbereitungskurs bzw. das beste Vorbereitungsgespräch, kann nicht auf die Praxis in allen Belangen vorbereiten.

 

                                        Die beste Schule ist das Leben.

 

Erst der gemeinsame Alltag, des gegenseitigen Lernens und Akzeptierens bringt viele Fragen, Unsicherheiten, Freude, Trauer und Überforderung zum Vorschein.

 

Was kann ich?       Was soll ich?   Was muss ich?

Diese Fragen kommen im Alltag häufiger vor als sich viele vorher erträumten.

 

Aber auch – Wo wende ich mich hin?

                     Wer ist mein Ansprechpartner?

 

Wann ist eine Therapie sinnvoll und sollte erst die Bindung gefördert werden und dann die Therapie begonnen werden?

Wie kann ich mich selber bilden, um die „Eigenarten“ meines Kindes zu verstehen und zu deuten?

 

Welche Rückschläge sind normal und wann muss ich mir Hilfe holen.

 

Welches Instrument ist der Hilfeplan in allen Jugendämtern?

 

Diese Familienbildung ist eine Folgeveranstaltung des Themas: „Rechte und Pflichten der Pflegefamilie im Alltagsleben“

Es blieben bei dieser Veranstaltung 2018 so viele Fragen offen und auch die einzelnen Ansprechpartner für Pflegefamilien und deren Aufgabenbereiche konnten aus Zeitgründen nicht intensiv genug erläutert werden. Rahmenbedingungen und Standards konnten nur angerissen werden und es bedarf einer intensiven Diskussion.

 

Es zeigt sich immer wieder, dass Pflegeeltern und Bewerber unzureichend über ihre Rechte, Pflichten und Anlaufstellen informiert sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass durch das neue Vormundschaftsrecht in der Regel einmal im Monat neben dem Pflegekinderdienst auch noch ein Amtsvormund in die Pflegefamilie kommt und dadurch bei manchen Kindern eine erhebliche Verunsicherung entstehen kann.

Neben dem Thema Vormundschaft/Pflegschaft wollen wir uns auch alle Formen der Vollzeitpflege anschauen, - auch die Bereitschaftspflege und die adoptionswilligen Pflegeeltern (§ 36 SGB VIII).

 

Es wird darum gehen, wie Umgangskontakte zum Wohle des Kindes gestaltet werden und wo die Grenzen liegen, welche Rechte die Pflegeeltern in Gerichtsverfahren haben und auch welche finanziellen Hilfen bei besonderen Belastungen möglich sind.

 

Wie kann ich als Pflegefamilie dokumentieren und die Entwicklung festhalten. An Hand von Beispielen können Pflegefamilien lernen.

 

Auch Beispiele für Annexleistungen werden benannt. Warum unterschiedliche Leistungen in den Thüringer Jugendämtern?

 

Diese Familienbildung ist aber auch eine Kombination zwischen der Vermittlung von rechtlichen Grundlagen und pädagogischen Erkenntnissen.

 

Die pädagogische Seite sollte man nicht außer Acht lassen.

 

Manchmal erleben wir leider, dass trotz aller Bemühungen der Pflegeeltern und des Kindes selbst, es nur kleine Schritte des Kindes gibt. Sie als Pflegeeltern bieten dem Kind Ihre Mühen, Ihre Freude, Ihre immerwährenden Versuche, wahrscheinlich sogar Ihre Liebe an und trotzdem erleben wir, dass manche Kinder dieses Angebot der Pflegeeltern nicht annehmen können. Sie sind und bleiben so in ihren vergangenen, traumatisierenden Erfahrungen gefangen, dass sie sich nicht ‚trauen‘ diese Angebote anzunehmen.

 

Diese Kinder haben nicht den Mut und /oder die Kraft die eben beschriebenen Schritte zu gehen, sie können nicht vertrauen. Sie sind im tiefsten Kern ihres Wesens durch schlimme frühkindliche Erfahrungen zerstört worden und fühlen sich im Leben permanent bedroht, auch wenn es keine realen Bedrohungen gibt.

Um jedoch überhaupt Schritte gehen zu können brauchen Pflegekinder in ihrem Umfeld verständnisvolle Menschen.

 

Wie kann man das erreicht werden?

Der Alltagsrhythmus ist hier eine bewährte Methode.

Ruhige Übergänge zu den verschiedenen Tagesabschnitten schaffen. Rituale beim Aufstehen, Übergänge in die Schule- den Kindergarten/ aus der Schule- den Kindergarten, die Nachmittagsgestaltung und das wichtige Abendritual.

 

Wie gehe ich mit Albträumen um und wie kann das Schreien in der Nacht gemildert bzw. vermieden werden.

Kann man durch positive Einschlafrituale einen entspannten Schlaf erreichen?

 

Aber auch das Bewusstsein wecken für die Dinge und bedrohlichen Situationen, die unsere Kinder durchleben mussten und einfach in die Seele eingebrannt wurden.

 

Warum sagt mein Pflegekind nach einem tollen Ausflug oder nach einer gelungenen

Urlaubsreise: „War aber nicht schön, hat mir keinen Spaß gemacht.“

 

Hier ist die Arbeit der Jugendämter eine sehr große Säule. Was hat das Kind, was jetzt in unserer Familie lebt, erlebt bzw. welche Erfahrungen hat es gemacht.

 

In dieser Familienbildung sollen Möglichkeiten des Zusammenlebens und des gegenseitigen Verständnisses, je nach Alter des Kindes, referiert werden.

 

Aber auch - Welche Grenzen stecke ich mir?

Kann ich mich bestehlen und beschimpfen lassen - halte ich das aus?

Hält mein Pflegekind so viel Nähe aus, gibt es ständig Konflikte?

Muss ich die Hilfe abbrechen? Wenn ja, was kann ich tun um trotzdem den Kontakt zu halten und weiter emotional Mama und Papa zu bleiben?

 

 

Erlebnisberichte werden einen Einblick in die Praxis geben.

Durch Anbieten verschiedener Arbeitsgruppen können die Teilnehmer sich intensiv mit den verschiedenen Themen beschäftigen und am Ende der Veranstaltung die Ergebnisse zusammentragen.

 

Auch Erfahrungsberichte und eine rege Diskussion werden zur Bearbeitung des Themas beitragen.   

 

Hinweise auf Fachliteratur wird eine Säule des Verstehens sein.

 

 

Teilnehmer:               Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

8. Fortbildung

 

Thema:                              Alltag in der Pflegefamilie – verschiedene Pflegeformen und deren Beziehungen zwischen Herkunftsfamilie und aufnehmender Familie in

                                           Thüringen

Datum / Ort:                         29.06.2019 in Nordhausen

Uhrzeit:                                 9.00 – 16.00 Uhr

Referent:                              Henrike Hopp, Fachreferentin des LV                                                 aus Berlin

 

 

Inhalt

 

Wenn sich zwei grundlegend verschiedene Familien treffen, um z.B. eine Hochzeit der Kinder vorzubereiten, ist das eine freudige Angelegenheit aber es treffen sich erst mal „Fremde“.

Unterschiedliche Interessen oder Vorschläge können freundschaftlich gelöst werden, weil die Liebe und die Eheschließung der Kinder im Focus stehen. Man lernt sich schnell kennen, erzählt sich Geschichten, lacht und freut sich auf das Ereignis. 

 

Eine gute Kooperation zwischen Pflegefamilie und Herkunftsfamilie, egal in welche Pflegeform, ist eine wünschenswerte Sache, denn sie erspart den Pflegekindern viele Loyalitätskonflikte.

Selten gelingt es jedoch auf dieser Ebene zusammen zu arbeiten.

 

Meistens muss dies Schritt für Schritt aufgebaut werden und oft gelingt diese Zusammenarbeit auch nur auf Erwachsenenebene, da das Erlebte der Kinder in die Überlegung der Treffen eingebaut werden muss. 

 

Alle Beteiligten am Hilfeplan müssen, je nach Herausnahmesituation und der Unterbringung: Bereitschafts-, Kurzzeit-, Dauer- oder Verwandtenpflege den Hilfeplan gestalten und auch die Besuchskontakte nach dem Ziel der Unterbringung regeln und abwägen. Hier ergibt sich auch die Intensität und das Fingerspitzengefühl in der Zusammenarbeit aller Beteiligten.  Die unterschiedlichen Hilfen zur Erziehung werden besprochen.

 

Die veränderten Rollen bei Dauer- und Verwandtenpflege von leiblicher Familie und Pflegefamilie müssen klar besprochen werden und die leiblichen Eltern müssen unbedingt auf ihrem Weg des Loslassens begleitet werden.  Nur so kann das Kind sich in die neue Familie eingliedern und nach und nach diese Familie zu seiner Familie machen und auch dieses emotionale Gefühl der Dazugehörigkeit bekommen.

 

In dieser Familienbildung werden wir zuerst beleuchten, was die Stolpersteine sein können und was den Kontakt bzw. die Zusammenarbeit erschweren kann.

 

Wir werden erarbeiten, ob wirklich nur Loyalitätskonflikte zwischen den Pflegeeltern und den leiblichen Eltern entstehen oder ob es auch gegenüber der uns anvertrauten Kindern, einen Konflikt hervorruft.

 

Mit wie viel Wahrheit kann das Kind umgehen und wie taste ich mich, als Pflegemutter oder -vater,  an diese Wahrheit heran? 

 

Kann auch schon die Anrede der Kinder – Mama/ Papa – in der Pflegefamilie zum Stolperstein werden?

 

Verwandtenpflege eine Form der Pflegefamilie, mit einem hoch emotionalen Hintergrund ist eine Pflege der besonderen Art.

 

Wenn Eltern ihr Kind nicht mehr versorgen können, springen oft die nahen Verwandten ein.

Dann sind Sie nicht mehr nur Oma, Opa, Onkel oder Tante, sondern auch Mutter- oder Vaterersatz.

Sie sind für das Kind da.

Oft wenden sich aber auch die Eltern der Kinder an sie, mit ihren Problemen und ihren Nöten oder auch mit ihrem Ärger und ihrer Wut.

Schwelende Konflikte beider Seiten, stehen häufig jahrelang im Raum.

 

Diesen Schmerz auszuhalten, dass meine Tochter oder mein Sohn, meine Nichte oder mein Neffe, durch Überforderung, Alkohol- oder Drogenmissbrauch u.ä. nicht in der Lage ist, die Enkel - Kinder zu erziehen und zu versorgen, ist eine kräftezehrende Aufgabe.

 

Nicht nur die Auseinandersetzungen sondern auch die quälenden Fragen - Warum ? Was habe ich selber falsch gemacht ? stehen im Raum.

 

Diese Situation mit einem gewissen Abstand zu betrachten und eine neutrale Rolle als Pflegefamilie, im herkömmlichen Sinn, einzunehmen, ist hier fast unmöglich muss aber Schritt für Schritt erlernt werden. Nur dann sitzt das Kind nicht zwischen den Stühlen und kann sich auf die neue Situation einlassen. 

 

Mit dieser doppelten Rolle zurechtzukommen, ist nicht immer einfach.

Die emotionale Bindung zu den leiblichen Eltern ist hier ja doch eine andere Ausgangssituation, als bei einer herkömmlichen Pflegefamilie.

 

Arbeitsgruppen und die anschließende Diskussion werden hilfreich für den Alltag sein.

 

 

 

Teilnehmer:               Pflegefamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflegefamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

9. Fortbildung

 

Thema:                              Alltag in der Pflege- und Adoptivfamilie – Kinder mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen in der Schule/ Gewalterfahrungen

Datum/ Ort:                          14.09.2019 in Meiningen

Uhrzeit:                                 10.00 – 16.00 Uhr

Referent:                               Dipl. Päd. Sylvia Koppe-                                                                     Bildungsberatung/Bildungsforschung                                                 Erfurt

 

Inhalt:

 

Unsere Kinder „Keine besonderen Kinder aber Kinder mit Besonderheiten in der Schule“

 

Fast alle Pflegefamilien habe das Problem mit der sozialen Akzeptanz der Kinder in der Schule und in der sozialen Umgebung mit Gleichaltrigen. Aber auch Adoptiveltern sprechen von Situationen der völligen Überforderung im Schulalltag.

 

Fast die ganze Klasse wird zum Geburtstag eingeladen, aber unser Kind wieder nicht.

ODER

Auf dem Spielplatz steht es an der Seite, möchte mitspielen traut sich jedoch nicht oder wird abgelehnt.

 

Unsere Pflegekinder haben einen ganz anderen sozialen Hintergrund als „normal“ aufwachsende Kinder.

Sie haben ganz andere Dinge gelernt bzw. erlebt und haben ein ganz anderes Bild von der Welt.

Sie verhalten sich für die Umwelt „nicht normal“, sie haben z.B. einen Überlebenskampf hinter sich und gehen daher anders auf Gleichaltrige zu.

 

Viele der uns anvertrauten Kinder haben Gewalterfahrungen gemacht, sei es körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt.

Sie lernen dabei zu überleben und werden diese Gewalt in ihr Lebensgefühl und in ihr Tun im Alltag aufnehmen.

 

Die daraus nicht selten folgende Aggression und kindliche Gewalttätigkeit der Pflegekinder sind ein der auffälligsten Verhaltensweisen, mit denen Pflegeeltern aber auch Lehrer umgehen müssen. Oft scheint es keinen Zusammenhang zwischen einer Situation und der Reaktion der Kinder zu geben, aber die Biografie sagt etwas Anderes.

 

Ein weiteres Problem in der Schule können oft Konzentrationsschwierigkeiten sein.

Unsere Kinder und Jugendlichen haben unterschiedliche Diagnosen wie beispielsweise Wahrnehmungs- und Bindungsstörung, AD(H)S, Konzentrationsprobleme, Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie), Rechenschwäche (Dyskalkulie), mangelnde Lernmotivation, Schulverweigerung oder Verhaltensauffälligkeiten.

 

Kinder, die in ihren frühesten Jahren Gewalt, Übergriffe oder Vernachlässigungen erlebt haben, sind extrem empfänglich für Umgebungsreize. Besonders unerwartete, laute oder ängstigende Geräusche, Bilder, Worte oder Bewegungen verunsichern sie, ihre Konzentration wird schneller abgelenkt oder sie gehen dadurch manchmal auf Konfrontation. Auch haben diese Kinder gelernt, sehr aufmerksam zu sein, um mitzukriegen, wie die aktuelle Stimmung ist, damit sie sich unter Umständen rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Sie haben also gelernt, keine Warnsignale zu übersehen, aber haben nicht gelernt, Freundschaften zu schließen, Freunden zu vertrauen und einfach unbeschwert zu sein.

 

Diese Familienbildung haben wir gewählt, da es massive Schwierigkeiten in der Schule gibt, die sich aus den unterschiedlichsten Ursachen entwickeln. Daraus resultiert ein sich aufbauender Stress in der Familie und das Thema „Schule“ wird zum Streitpunkt aber auch zum Punkt der Trauer über das Alleinsein.

 

Wir wollen zeigen, dass es Prozesse und Wege gibt, aus der Spirale zu entkommen und weitestgehend „normale“ Gefühle zu entwickeln.

 

Die Wichtigkeit der Schule wird diskutiert.

 

Wann und wie lange mache ich mit meinem Kind Hausaufgaben?

Was machen, wenn mein Kind es sich nicht merken kann?

 

Wie lerne ich mit meinem Kind, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt, die Überforderung sichtbar wird und die Wut steigt auf?

 

 

Durch den Referenten wollen wir zeigen, dass auch in der Schule einige Aufklärungen, ohne das Kind zu outen, dazu beitragen können, Anschluss zu finden.

Es werden Thüringenweite Projekte der Integration vorgestellt und Erfahrungen daraus referiert.

 

 

 

 

Teilnehmer:               Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

 

           

10. Fortbildung

 

Thema:                                 Gewaltfreie Kommunikation

Datum / Ort:                         08.11.2019 in Sömmerda

Uhrzeit:                                 9.00 – 16.30 Uhr

Referent:                              Wilfried Küster Trainer GFK und                                                          Mediator Sömmerda

 

 

Inhalt:

 

„Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg

 

Wenn wir im Alltag miteinander sprechen, so betrachten wir unsere Art zu sprechen sicher nicht als gewalttätig. Trotzdem passiert es, dass wir uns vom Gegenüber nicht verstanden fühlen, dass wir mit unseren Worten verletzen, ohne das zu wollen, und unsere Kommunikation uns eher trennt als verbindet. Scheingefühle bzw. Sekundärgefühle tun dafür eine ganze Menge.

 

Wir kritisieren einander, suchen nach Schuldigen und stellen Forderungen, anstatt um das zu bitten, was wir gerade brauchen.

 

Befriedigende Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, von anderen verstanden zu werden und andere zu verstehen, die eigenen Bedürfnisse befriedigt zu bekommen, doch dabei nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern gleichfalls zur Verschönerung und Bereicherung ihres Lebens beizutragen -- all das bleibt im Alltag oft auf der Strecke und ein schöner Traum und wir bleiben unzufrieden und frustriert zurück.

 

Mit der Gewaltfreien Kommunikation hat Marshall B. Rosenberg ein Modell entwickelt, das einerseits ein sprachliches Konzept bietet, unseren eigenen und den Bedürfnissen unserer Mitmenschen gerecht zu werden, andererseits aber viel mehr als Konzept oder Modell darstellt -- eine Möglichkeit, sich mit den eigenen Werthaltungen und Verhaltensmustern - nicht nur in Konfliktfällen - auseinander zu setzen und eine

innere Haltung zu entwickeln, die Menschen Einfühlung und Wertschätzung

entgegen bringt.

 

Die gewaltfreie Kommunikation eröffnet neue Möglichkeiten, mit Sprache bewusster und verantwortungsvoller umzugehen.

 

Durch die Anwendung dieser Methode können wir zu einer Haltung finden, die uns befähigt:

Ø  klar zu sagen, was wir fühlen, brauchen und worum wir bitten möchten;

Ø  Konflikte empathisch und konstruktiv zu bearbeiten; Verantwortung für das eigene Denken und Handeln zu übernehmen;

Ø  Prozesse, die zu Ärger und Aggression führen, zu verstehen und umzugestalten;

Ø  unsere eigenen Bedürfnisse und die der Anderen zu erkennen und wertzuschätzen.

 

Gewaltfreie Kommunikation ist lebendige Kommunikation, die wir im Seminar kennen lernen und erproben können. Wir haben die Möglichkeit, ihr ganz persönliches Anliegen im Training gewaltfrei ausdrücken zu lernen.

Trainer Wilfried Küster, Mediator und Trainer für Konfliktbearbeitung und Gewaltfreie Kommunikation, Sozialarbeiter, Leiter des Offenen Jugendtreffs B27; seit 2002 freier Mitarbeiter des Orca - Institutes; Fortbildungen in den Bereichen Konzept- und Teamentwicklung, Gewalt und Deeskalation, Konfliktmanagement und Mediator kann aus seinem Berufsleben und seiner Erfahrung anleiten und wichtige Hinweise geben.

 

An vielen Übungen und in den einzelnen Arbeitsgruppen kann man verschiedene Wege kennenlernen und auch mehr über Wortwahl und den Unterschied zwischen Bitten und Fordern erarbeiten.  Gefühle in Worte ausdrücken oder Beobachtungen wertfrei wiedergeben – Schwerstarbeit.  

 

 

 

 

Teilnehmer:               Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

 

11. Fortbildung

 

Thema:                              Alltag in der Pflegefamilie – Besuchskontakte gestallten – FÜR und WIDER

Datum/ Ort:                         09.11.2019 in Büttstedt/ Eichsfeld

Uhrzeit:                               10.00 – 14.00 Uhr (ab 14.00 Uhr                                                       Sonderpädagogische Sprechstunde)

Referent:                              Beatrix Borrs- Bechtloff, Vera Schade,                                               Elke Maroldt

 

 

Inhalt:

 

Eine gute Kooperation zwischen Pflegefamilie und Herkunftsfamilie ist eine wünschenswerte Sache, denn sie erspart den Pflegekindern viele Loyalitätskonflikte.

Selten gelingt es jedoch auf dieser Ebene effektiv und emotionsfrei zusammen zu arbeiten.

 

Meistens muss dies Schritt für Schritt aufgebaut werden und oft gelingt diese Zusammenarbeit auch nur auf Erwachsenenebene, da das Erlebte der Kinder in die Überlegung der Treffen eingebaut werden muss. 

Alle Beteiligten am Hilfeplan müssen, je nach Herausnahmesituation, die Besuchskontakte vorbereiten und abwägen. Hier ergibt sich auch die Intensität der Zusammenarbeit. 

 

Die veränderten Rollen von leiblicher Familie und Pflegefamilie müssen klar besprochen werden und die leiblichen Eltern müssen unbedingt auf ihrem Weg des Loslassens begleitet werden.  Nur so kann das Kind sich in die neue Familie eingliedern und nach und nach diese Familie zu seiner Familie machen und auch dieses emotionale Gefühl der Dazugehörigkeit bekommen.

 

In dieser Familienbildung werden wir zuerst beleuchten, was die Stolpersteine sein können und was den Kontakt erschweren kann.

 

Wir werden erarbeiten, ob wirklich nur Loyalitätskonflikte zwischen den Pflegeeltern und den leiblichen Eltern entstehen oder ob es auch gegenüber der uns anvertrauten Kindern, einen Konflikt hervorruft.

Unsere Kinder haben oft lebensbedrohliche Situationen erlebt und nun trinken die Pflegeeltern gemeinsam mit den „Aggressoren“ Kaffee.

Was macht es mit den Kindern ?

Fühlen sich misshandelte oder vernachlässigte Kinder an dieser Kaffeetafel wohl oder eher verraten?

 

An Hand einiger Erlebnisberichte Betroffener, werden wir analysieren, wie die Vor- und Nachbereitungen der Kontakte besprochen werden, wo können Kontakte stattfinden und wie intensiv sollten diese Beziehungen zwischen leiblichen Eltern und Pflegeeltern sein bzw. werden – Gefahr des „Adoptierens“ der leiblichen Eltern.

 

Mit wie viel Wahrheit kann das Kind umgehen und wie taste ich mich, als Pflegemutter oder -vater, an diese Wahrheit heran? 

Wenn diese Kontakte Stolpersteine bleiben, was kann als Alternative angeboten werden.

 

Kann auch schon die Anrede der Kinder – Mama/ Papa – in der Pflegefamilie zum Konflikt werden? Können leibliche Eltern das ohne Hilfe aushalten?

 

Arbeitsgruppen und die anschließende Diskussion, wird ergeben, was Familien noch als Stolpersteine empfinden und nach Lösungen suchen.

 

Das Thema Besuchskontakte bzw. Umgangskontakte wird sehr kontrovers diskutiert und stellt aus unterschiedlichen Gründen ein großes Konfliktfeld dar. Da jedes Kind unterschiedlich auf Besuchskontakte reagiert, muss die Umgangsregelung von Fall zu Fall individuell gestaltet werden.

 

In der Gratwanderung der Umgangsregelung wird eine große Möglichkeit und Hilfe in der Begleitung der Besuchskontakte gesehen. Einerseits werden solche Besuchskontaktbegleitungen von Gerichten angeordnet (§ 1684 Abs. 4), andererseits veranlasst auch das Jugendamt direkt eine Begleitung der Kontakte.

 

Kontakte ohne Begleitung müssen sehr gut vorbereitet und auch für die leiblichen Eltern nachbereitet werden. Bei dieser Form der Besuchskontakte sind klare Verhältnisse zwischen leiblichen Eltern und Pflegeeltern / Adoptiveltern unbedingt erforderlich, um das Kindeswohl nicht zu beeinträchtigen. Aber die Gefühle der leiblichen Eltern können nicht durch die Pflegeeltern aufgefangen werden. Hier muss professionelle Hilfe erfolgen. 

 

Sollte ein Kind/ Jugendlicher Besuche völlig ablehnen oder Kontakte aus anderen Gründen nicht möglich sein, kann man sie auch zwischen den Erwachsenen durch Schriftverkehr in Form von Briefe, Fotos oder Postkarten oder in Ausnahmen durch das aktuellen Medium „WhatsApp“ halten.

 

Die Besuchskontakte auf Erwachsenenebene werden dann durchgeführt, wenn Spannungen aufgetreten sind oder das Kind keine persönlichen Besuche möchte. Hier treffen sich leibliche Eltern, Pflegeeltern zu Gesprächen im Jugendamt oder in einer Familienberatungsstelle, um erst einmal die angespannte Situation zu entlasten.

 

Bei allen Möglichkeiten der Kontaktgestaltung steht immer das Kindeswohl im Fokus und vor allem muss unbedingt das Alter des Kindes bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Hier ist die Arbeit der Jugendämter mit den leiblichen Familien eine sehr große Säule.

 

In dieser Familienbildung sollen Möglichkeiten des Besuchs -Kontaktaufbaus und der Kontaktform, je nach Alter des Kindes, referiert werden.

Erlebnisberichte werden einen Einblick in die Praxis geben. Es wird durch die Beleuchtung der rechtlichen Seite den Pflegeeltern eine Sicherheit an die Hand geben.

Durch Anbieten verschiedener Arbeitsgruppen können die Teilnehmer sich intensiv mit den verschiedenen Themen beschäftigen.

Ist es wirklich so, wie manche Jugendämter meinen, dass Pflegeeltern den Umgang von vorn herein skeptisch sehen?

Gibt es Gemeinsamkeiten der Gefühle bei leiblichen Eltern, Kindern und Pflegeeltern z.B. Angst oder Unwohlsein vor dem ersten Treffen?

 

Am Ende der Veranstaltung werden die Ergebnisse zusammengetragen.

 

 

 

Teilnehmer:               Pflege- und Adoptivfamilien,  unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte