Aktuelle Veranstaltungen und Fortbildungen des Landesverbandes

 

 Hier unsere Fortbildungen in 2022

 

Verbindliche Anmeldungen zu den Fortbildungen über:

Telefon:  03634-693837

Fax:  03634-693815

Email: vera-und-herbert-schade@t-online

oder über das Kontaktformular dieser Internetseite

 

Ein geringer Unkostenbeitrag ist ggf. vor Ort in bar zu entrichten. 

 

Einige Fortbildungen haben wir erfolgreich in 2021 als Videokonferenz durchgeführt. Je nach Situation werden die kommenden Fortbildungen nicht an den angegebenen Orten, sondern ebenso als Videokonferenz durchgeführt werden. Dazu ist eine Anmeldung per Email notwendig, um den Link zur Teilnahme zu versenden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Fortbildung

 

Thema           : „Alkohol in der Schwangerschaft - und dann?

 

                        Leben mit FASD

 

Datum/ Ort    : 24.09.2022 / Meiningen

 

Uhrzeit          : 10.00 bis 16.00 Uhr

 

Referent        : Martin EL Assil Hirsch - angefragt

 

 

Inhalt:

 

Die Ursache des FASD ist immer und ausschließlich Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft.

 

Alkohol gehört zu den toxisch wirkenden Stoffen, welche die Plazentaschranke, die die Blutkreisläufe von Mutter und Kind trennt, überwinden, sodass das Ungeborene über die Nabelschnur den gleichen Alkoholpegel erleidet wie seine Mutter.

 

Der Abbau findet hauptsächlich in der Leber der Mutter statt, die kindliche Leber ist noch unfertig und entwickelt erst nach der Geburt einen eigenen leistungsfähigen Stoffwechsel.

 

In Abhängigkeit von Reifestadium, Alkoholmenge und individueller Disposition schädigt der Alkoholkonsum der Schwangeren irreversibel die körperlich-organische Entwicklung sowie die späteren kognitiven und sozialen Fähigkeiten des Ungeborenen.

 

Fetale Alkoholspektrum-Störungen (Fetal Alcohol Spectrum Disorders, FASD) zählen zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland. Nach Schätzung der Bundesdrogenbeauftragten kommen hierzulande jährlich ca. 10.000 Kinder auf die Welt, die unter einer Form von FASD leiden. Tendenz der nächsten Jahre leider steigend.

 

Immer mehr Kinder werden mit dieser Diagnose in Pflegefamilien vermittelt.

 

Auf was lasse ich mich ein?.......Kann ich diese Aufgabe bewältigen? ..... Wer hilft mir?

 

Für die Zukunft des Kindes ist es deshalb zunächst entscheidend, dass die Pflegefamilien frühzeitig durch entsprechende Diagnostik über das Krankheitsbild und die Prognose informiert werden.

 

Die Realität sieht bisher so aus, dass viele Pflegeeltern viele unpassende Ratschläge erhalten. Andere Pflegeeltern, die bereits die Diagnose und ein Gutachten haben, werden mitunter nicht ernst genommen. Ein Umdenken, auch in der Gesellschaft, ist unbedingt nötig, um den betroffenen Kindern gerecht zu werden. Wobei es in den vergangenen 2 bis 3 Jahren schon einige Schritte in die richtige Richtung gegeben hat.

 

In dieser Familienbildung werden grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse weitergegeben und Folgeerscheinungen erläutert und mit Beispielen untermauert.

 

Dr. med. Hoff-Emden, eine sehr engagierte und fachliche Referentin, hat einmal treffend in einer Familienbildung gesagt:

 

   „Sie sind liebenswert, sie sind süß, aber auch distanzlos, zerstörerisch, nicht zu bändigen, locken in uns alle Mutterinstinkte hervor und treiben uns manchmal an den

 

Rand der Verzweiflung, aber es lohnt sich, sie verstehen zu lernen was sie bewegt “.

 

Häufigste Probleme in der Pflegefamilie mit Kindern mit FAS:

 

- Überforderung durch das Verhalten der Kinder (uneinsichtig, impulsiv)

 

- eigene Gefühle- da stimmt was nicht- zu benennen und Worte für die Beobachtungen

 

  zu finden

 

- Ablehnung und Isolation durch die Umwelt

 

- „Erfolgsdruck“ und unrealistische Ziele bzgl. der Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder

 

- Odyssee von Arzt zu Arzt mit verschiedenen Diagnosen

 

„Endlich Klarheit“ ist wie eine Erlösung für Kind und Pflegefamilie oder auch Adoptivfamilie. 

 

Der Referent wird den Familien diese Diagnostik anschaulich nahebringen und erläutert aus medizinischer Sicht, kann Ratschläge geben und aus einem Erfahrungsfundus schöpfen.

 

Zielgruppe:     Pflege- und Adoptivfamilien, unmittelbare Angehörige der Pflege- und Adoptionsfamilien, alle am Thema Interessierte

 

 

 

 

 

7. Fortbildung

 

Thema:

„Bindungsverhalten verstehen und im Alltagsleben einbinden“

 

Individuelle  Fragen und Antworten sowie Austausch

 

 

Datum / Ort    : 08.10.2022 / Sömmerda,
                               Gemeindezentrum an der Boinfacius Kirche, Markt 5

 

Uhrzeit          : 10.00 bis 16.00 Uhr

 

Referent        : Martin EL Assil Hirsch

 

 

Inhalt:

 

Wir alle werden durch das, was in unseren Genen liegt und was wir auf unserem Lebensweg erfahren haben, zu dem Menschen, der wir sind.

 

So haben manche einen starken Kern, die ihn viel ertragen lassen und andere Menschen zerbrechen schnell und können nicht so viele Differenzen bzw. Konflikte ertragen.

 

Natürlich geht es den Pflegekindern genauso.

 

Die Erfahrungen und die Erlebnisse der Vergangenheit beeinflussen das Befinden, die Möglichkeit sich zu binden und die Entwicklungsschritte der uns anvertrauten Kinder. Sie haben erfahren müssen, dass die Welt nicht verlässlich ist und das das Leben ganz schnell bedroht sein kann. Oft wurde das Urvertrauen, dass wir Menschen nun mal bei der Geburt haben, erschüttert bzw. auf eine harte Probe gestellt. Dieses Gefühl tragen unsere Kinder, wie einen Rucksack, mit sich auf ihrem Lebensweg herum.

 

 Aber vor allem spielen ärztliche Diagnosen, wie z.B. Entwicklungsverzögerung, seelische Behinderung, Essstörungen aber auch FAS eine wichtige Rolle in der Alltagsbewältigung. Tragen diese Diagnosen zum Bindungsverhalten in unserer Familie bei? Was passiert mit der Verselbstständigung der Jugendlichen.?

 

Jede Familie muss für sich entscheiden, wie viele Belastungen sie aushalten können und sie muss rechtzeitig spüren, wann die Beziehung kippt und Verärgerung, Frust oder Trauer die Familie beherrscht. Welche Rituale helfen der Familie im Alltagsleben.

 

Damit die Familie erhalten bleibt und so wenig wie möglich Abbrüche von Pflegeverhältnissen oder zerbrechen von Adoptivfamilien erfolgen, wollen wir Familien mit positiven Erfahrungen stützen und durch Aufzeigen von Regeln und Normen, den Druck nehmen.  Es sollen Hilfsangebote besprochen werden, bei denen Pflegefamilien Rat suchen können.

 

Durch Auslegen von Fachliteratur und Jahrbücher, kann sich jeder Teilnehmer informieren und diese Literatur bestellen.

 

Teilnehmer :  Pflegefamilien,  unmittelbare Angehörige dieser Familien, alle am Thema Interessierte